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INTERVIEW

Anton Wilflinger erzählt über sich ...

Wie sind Sie zum Verein gekommen?
1992 hat der Bund Steirischer Heimatdichter eine volksmusikalische Umrahmung für die monatlichen Lesungen gesucht. Der bekannte Humorist und Heimatdichter Sepp Maier aus meiner Nachbargemeinde Pernegg hat mich und meine Mutter gebeten bei einer Lesung in Graz zu spielen. Sozusagen bin ich durch die Musik zum Bund Steirischer Heimatdichter gekommen. Bis zum Tod meiner Mutter 1998 haben wir gemeinsam bei den Lesungen gespielt. 1994 wurde ich dann Kassier. Nach dem Tod von Alfred Guss wurde ich zum Präsidenten gewählt.
So wie mein Vorgänger schreibe auch ich selbst keine Gedichte, was den Vorteil hat, dass man objektiv an die Gedichte der Autoren herangehen kann und nicht versucht seine eigene Arbeiten in den Vordergrund zu stellen.

Welche Zukunftspläne haben Sie mit dem Verein?
Als dritter Präsident in der Vereinsgeschichte, der Verein wurde 1956/57 gegründet, liegen auch mir die Autoren sehr am Herzen. Um die Finanzierung des Vereins in Zukunft sicher stellen zu können, ist es notwendig, neue Wege zu beschreiten. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, die Marke „Heimatdichter“ in der Steiermark bekannt zu machen.
Sehr vielen unserer steirischen Autoren ist es finanziell nicht möglich, eigene Lesungen zu organisieren bzw. ihre Arbeiten drucken zu lassen. Deshalb plane ich neben der Lesereihe in Graz vermehrt Lesungen im gesamten steirischen Land zu veranstalten. Viele versteckte Talente warten darauf vom Publikum entdeckt zu werden.

Welche Projekte haben Sie im Jahr der steirischen Volkskultur vor?
Für das Jahr 2005 haben wir gemeinsam mit der Werbeagentur FEINER & WUTHE COMMUNICATION die Gestaltung einer eigenen Homepage auf CMS Basis in Angriff genommen. Bereits seit über zwei Jahren investieren wir sehr viel Zeit, Arbeit und Energie in die notwendigen Vorarbeiten, wie zum Beispiel das Interviewen der Autoren, das Schreiben von Lebensläufen und das Auswählen geeigneter Gedichte. Wie Sie sich sicher vorstellen können, ist es auch nicht ganz einfach beinahe 100 Autoren der Steiermark bei Lesungen zu fotografieren.
Sehr stolz sind wir auf die erste Anthologie unseres Vereins, die wir herausgegeben und unter großem medialen Interesse beim Aufsteirern präsentiert haben.

Wie finanzieren Sie all diese Projekte?
Zum einen ist es die öffentliche Hand, die uns unterstützt. Unser herzlicher Dank gilt sowohl der Kulturabteilung der Steiermärkischen Landesregierung als auch der Kulturabteilung des Magistrats Graz.
Zum anderen bin ich bestrebt, vermehrt Sponsoren für unseren Verein zu gewinnen. Geeignete Sponsorkonzepte haben wir ausgearbeitet und wir laden Interessierte ein, unseren Verein zu unterstützen. Steirische Identität besteht zu einem großen Teil aus unserer Sprache. In einer Zeit der stetigen Globalisierung greift man immer wieder gerne auf das Ursprüngliche zurück.

Wie wird man Mitglied?
Der Bund Steirischer Heimatdichter ist kein kleiner elitärer Verein. Wir sind allen Freunden der Mundart und Schriftsprache gegenüber offen und nehmen immer wieder gerne neue Mitglieder auf. Wir bieten Schreibenden die Möglichkeit, sich bei einer unserer Lesungen kurz mit eigenen Arbeiten vorzustellen.